Service

Unter dieser Rubrik findet Ihr Information rund um Gesundheit und Leistungssport. Es geht um Trainingsprinzipien, sportphysiologische Themen und alles was uns sonst noch interessant erscheint.

Den optimalen Fettverbrennungs-Puls gibt es nicht!

Posted by LA TSV Admin (latsv_admin) on 22.12.2008 at 18:36:24
Service >>

Zum gesunden und nachhaltigen Abnehmen gehört Bewegung. Seit Jahren predigen die ?Diät-Päpste? dass man Gewichtsreduktion durch langsames Laufen erreicht. Es ist richtig Lauf-Anfänger langsam laufen sollen. Aber: Gewicht nehmen sie dabei nicht ab. Die richtige Mischung aus Ausdauer-, Kraft-, Beweglichkeits- und Koordinationstraining lässt im Zusammenspiel mit der optimalen Ernährung die Fettpolster am schnellsten schmilzen.

Diese Erkenntnis bestätigt auch der aktiv laufen-Experte Dr. Stefan Graf: ?Es gibt keinen speziellen Fettverbrennungs-Puls, der maximalen Fettabbau garantiert.? Der Fettverbrauch durch körperliches Training sei vielmehr immer das Ergebnis von Energieverbrauch pro Zeiteinheit und Trainingsdauer. ?Langes und wenig intensives Training ist prinzipiell hinsichtlich des Fettabbau weder effektiver noch ineffektiver als ein kürzeres, hoch intensives. Entscheidend ist der absolute Kalorien-Verbrauchswert?, sagt Graf. Wer mit langen, langsamen Dauerläufen seinem Fett zu Leibe rücken will, muss also besonderen Wert auf die Länge des Laufens legen. Bei langen Läufen ist der Kalorienverbrauch trotz niedrigem Tempo hoch.

Eine hohe relative Fettverbrennungsrate sagt dagegen nichts über den absoluten Umfang des Fettabbaus aus. So bezieht ein Läufer zwar prozentual umso mehr Energie aus der Verbrennung von Fett, je weniger intensiv er trainiert. Absolut ist aber sein Energieumsatz und damit auch die verbrannte Menge Fett gering. Mit höherem Lauftempo sinkt zwar der prozentuale Anteil der Fettverbrennung, während der die Kohlenhydrat-Verwertung gegenläufig ansteigt. Der absolute Energieverbrauch nimmt bei schnellerem Tempo aber überproportional zu, so dass auch die absolut verbrannte Fettmenge schnell höher sein kann als beim so oft als ?Fettverbrennungs-Training? gepriesenen Läufchen im Plaudertempo.

Daraus folgt: Wer Gewicht in Form von Fett verlieren möchte, kann mit einem Training in hohen Intensitäten durchaus schneller das Ziel erreichen als durch Belastung im so genannten Fettverbrennungs-Bereich. Fürs Abnehmen zählt letztlich nur der absolute Energieverbrauch. Und der muss höher sein als die mit der Nahrung zugeführte Kalorienmenge.
 
Sportlich aktive Menschen verbrauchen indes nicht nur bei ihren Aktivitäten mehr Energie. Sie werden auch nach dem Training mit einer gesteigerten Stoffwechselrate belohnt. Je nach Art des Trainings kann diese bis zu 48 Stunden anhalten. Studien haben bereits in den 80er-Jahren gezeigt, dass intensives Krafttraining ein stärkeres und länger andauerndes Nachbrennen auslöst als ein extensives Ausdauertraining. Da in der Ruhephase nach dem Sport der prozentuale Anteil der Fettverbrennung gegenüber der Kohlenhydratverwertung besonders hoch ist, kommt dem Nachbrenneffekt im Hinblick auf eine Fett- und Gewichtsreduktion erhebliche Bedeutung zu. Da spielt es überhaupt keine Rolle, dass während der intensiven Kraftbelastung ? im Gegensatz zum Ausdauersport ? die Energieversorgung überwiegend durch den Kohlenhydratabbau erfolgt.

Zudem führt ein regelmä?iges Krafttraining zu einem Zuwachs an Muskelmasse. ?Und damit ist eine dauerhafte Erhöhung des Grundumsatzes verbunden?, erklärt Dr. Stefan Graf. Muskeln haben eben auch im Ruhezustand einen deutlich höheren Energiebedarf als Fettgewebe. Diese bereits vor Jahrzehnten gewonnenen Erkenntnisse zeigen, dass Krafttraining einen guten Beitrag zur Körperfettreduktion leisten kann.

Natürlich muss auch die Ernährung stimmen. Ein Abbau von Fettdepots  ist alleine durch eine negative Gesamtenergiebilanz erreichbar. Nur wer mehr Energie verbraucht, als er mit der Nahrung aufnimmt, kann Fett und Gewicht verlieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Energie für das Training aus Fetten oder Kohlenhydraten rekrutiert wird. Selbst bei ausschlie?lich hochintensivem Training mit überwiegender Kohlenhydratnutzung wird Fett verbrannt und dauerhaft abgebaut ? sofern die Kalorienaufnahme den Verbrauch nicht übersteigt. ?ber den Fettabbau entscheidet also nicht, ob jemand ausdauernd mit niedriger Intensität trainiert oder sich kürzer hoch intensiv belastet. Der Fettverbrennungs-Puls, der optimales Abnehmen garantieren soll, gehört zu den ganz gro?en Sport-Irrtümern.

Back