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Unter dieser Rubrik findet Ihr Information rund um Gesundheit und Leistungssport. Es geht um Trainingsprinzipien, sportphysiologische Themen und alles was uns sonst noch interessant erscheint.
Geschickte Kinder sind sicherer! |
| Posted by LA TSV Admin (latsv_admin) on 27.02.2011 at 10:56:32 |
Bewegungs-Training zur Vorbeugung
In diesem Jahr wurde  in einem Gutachten der Stand der Forschung zur Bedeutung der Bewegung bei der Unfallentstehung zusammen getragen. Dabei zeigt sich, dass einerseits hohe körperliche Aktivität zwar mit einer Unfallgefährdung einhergeht, andererseits aber motorische Erfahrungen grundlegend für die Unfallverhütung sind. Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Motorik, Wahrnehmung und Unfallrisiken. Vereinfacht gesagt: Je bewegungserfahrener das Kind, desto weniger unfallgefährdet ist es.
Unfälle beim Sport: Häufig bei "leichten ?bungen"
Selbstverständlich ist sportliche Aktivität selbst ein Unfallrisiko, was sich an der hohen Zahl von Sportunfällen, z.B. im schulischen Bereich festmachen lässt. Betrachtet man die Unfallstatistiken genauer, so zeigt sich, dass mehr als die Hälfte dieser Unfälle (eine Million) in der Schule passieren, entweder beim Sport (50 Prozent) oder in der Pause, wenn sich die Kinder austoben (31 Prozent).
Jeder zweite Sportunfall ereignet sich beim Ballspiel. Mädchen verletzen sich beim Volleyball, Jungen dagegen eher beim Fu?ball. Turnen und Leichtathletik haben demgegenüber eine geringere Bedeutung. Entgegen der landläufigen Meinung, dass Unfälle bei schwierigen oder unbekannten ?bungen passieren, geben die meisten Kinder und Jugendlichen an, dass die Unfälle nicht bei schwierigen oder unbekannten ?bungen passiert sind, sondern bei leichten "motorischen Handlungen mit geringem oder sehr geringen Schwierigkeitsgrad".
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Bewegung schult die Wahrnehmung
Durch Bewegung erhält das Zentralnervensystem wichtige Impulse, die für dessen Reifung und Differenzierung notwendig sind. Kinder, die sich viel bewegen, verbessern dadurch ihre motorischen Fähigkeiten, insbesondere die Koordinationsfähigkeiten, und entwickeln motorische Fertigkeiten. Sie gewinnen dadurch nicht nur an körperlicher Sicherheit, sondern schulen au?erdem ihre Wahrnehmung - über den Tastsinn, den Bewegungs- und den Gleichgewichtssinn bis hin zum Sehen und Hören. Das wiederum kommt der gesunden motorischen, aber auch der psychischen, emotionalen und kognitiven Entwicklung zugute.Gerade im Alter von sieben bis zwölf Jahren können Kinder entscheidende motorische Fortschritte erzielen, die sie in die Lage versetzen, auch komplizierte Bewegungsabläufe leicht zu erlernen.
Bewegungsmangel - ein Teufelskreis
Im Umkehrschluss bedeutet das: Kinder, die keine Möglichkeiten haben, sich körperlich zu testen und zu verbessern, weisen deutliche Defizite auf. Diese betreffen nicht allein ihre Motorik, sondern ihre Gesamtentwicklung. Bewegungsmangel führt zu Haltungsschwächen, Kreislaufproblemen, ?bergewicht und - nicht zuletzt - zu mangelndem Selbstbewusstsein. Aus Angst, Misserfolge zu erleiden oder von anderen Kindern gehänselt zu werden, verlieren diese Kinder Interesse an körperlicher Aktivität. So schlie?t sich ein Teufelskreis von Bewegungsmangel, motorischer Auffälligkeit, Misserfolg, Rückzug, Vermeidungsverhalten und dadurch Verstärkung der Defizite. Damit steigt auch die Unfallgefährdung dieser Kinder. Sie sind körperlich sowie emotional schneller überfordert als ihre Altersgenossen, vermeiden Sport oder Spiele mit gro?er Dynamik und können daher ihr eigenes Leistungsvermögen nicht realistisch einschätzen. Sie verunfallen schon bei eigentlich alltäglichen Situationen, weil ihnen einfach die Erfahrung, Kraft und Geschicklichkeit fehlen.
Jedes dritte Kind braucht motorische Förderung
Die Entwicklung der Städte und die Herausbildung neuer Lebensstile haben gerade in den vergangenen 30 Jahren dazu geführt, dass immer mehr Kinder motorisch auffällig sind. Ein Drittel der Grundschulkinder zeigt deutliche Schwächen in der Gesamtkörperkoordination und schneidet bei Ausdauerleistungen wie zum Beispiel einem 6-Minuten-Lauf unterdurchschnittlich ab. Mindestens ein Drittel aller Grundschulkinder, manche Experten gehen sogar von 50 Prozent aus, bedarf gezielter motorischer Förderung. Au?erdem zeigen bis zu 30 Prozent der Kinder auffälliges Verhalten, ein knappes Fünftel ist übergewichtig.
Unfallkindern mangelt es an Selbstvertrauen
Wissenschaftliche Studien ergaben, dass neben den motorischen und sensorischen Entwicklungsdefiziten auch bestimmte Persönlichkeitsmerkmale die Unfallwahrscheinlichkeit begünstigen. In manchen Fällen stehen diese Eigenschaften in Zusammenhang mit der sozialen Herkunft. Eine besondere Rolle spielt auch das soziale Klima in der Schule. Zu den Merkmalen von "Unfallkindern" zählen beispielsweise geringe Selbstkontrolle und Frustrationstoleranz, disziplinloses, sozial auffälliges Verhalten und Aufmerksamkeitsstörungen. Aber auch geringes Selbstvertrauen verbunden mit dem Bedürfnis nach Risikoerlebnissen kann die Unfallgefährdung erhöhen. Dagegen verletzen sich Kinder mit einem positiven Selbstbild und einem gut entwickelten Körpergefühl deutlich seltener. Sie verfügen au?erdem oft schon über ein ausgeprägtes Gesundheitsbewusstsein.
Wir in der TSV Leichathletik bemühen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten die Bewegungsdefizite durch eine breit angelegte Ausbildung aufzufangen. Bei auffälligen Kindern mit stark eingeschränkten Bewegungsfähigkeiten sind unsere Möglichkeiten jedoch beschränkt, da durch die Gruppengrö?e eine individuelle Förderung nicht möglich ist. In diesen Fällen sind wir Ihnen gerne Tipps und Hinweise, wie Sie Ihrem Kind helfen können seine motorischen Fähigkeiten zu entwickelt.