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Unter dieser Rubrik findet Ihr Information rund um Gesundheit und Leistungssport. Es geht um Trainingsprinzipien, sportphysiologische Themen und alles was uns sonst noch interessant erscheint.

Übertraining: Wenn Training krank macht.

Posted by LA TSV Admin (latsv_admin) on 19.02.2012 at 10:37:00
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In jeder Schüler- und Jugend-Generation gibt es Überflieger, die durch außergewöhnliche Leistungen auffallen. Diese Athleten gewinnen über zwei Jahre hinweg in Serie. Sind sie Mehrkampf-Talente hechten sie bei Meisterschaften häufig von Disziplin zu Disziplin, um möglichst viele Medaillen zu machen. Diese Athleten zeigen schon in jungen Jahren Stereotype in der Bewegungstechnik, weil sie zuviel und zu einseitig trainieren. Und es ist auch zu beobachten, dass sie trotz Verletzungen an Wettkämpfen teilnehmen. Tritt dieses Bild auf, dann dauert es nicht mehr lange bis das Talent dem Sport verloren geht.

Was müssen wir tun, um diese Entwicklung zu verhindern?

Zunächst betrachten wir die Risikofaktoren, die den Trainern unter dem Begriff Übertraining bekannt sein sollten. Das ?bertrainings-Symptom ist die gefürchtetste 'Erkankung' des Leistungssportlers. Vor allem deshalb weil es sich um ein multifaktorielles (mehrere Einflussfaktoren) Geschehen handelt, dessen verschiedene Ursachen nur schwer auszumachen sind.

Übertraining macht sich primär immer durch unerklärlichen Leistungsabfall mit schneller Ermüdbarkeit und verzögerter Regeneration im Training bemerkbar. Trotz weitergeführtem oder sogar intensiviertem Training kommt es zum Abfall der Leistungsfähigkeit und teilweise ausgeprägten Befindlichkeitsstörungen, die selbst noch nach einer längeren Regenerationsphase von 2-3 Wochen, nachweisbar sind.

Es gibt zwei Arten von Übertrainings-Symptomen:

Sympathikoton

Erkennbar an:

- Erhöhte Herzfrequenz
- Schlafstörungen
- Emotionale Instabilität
- Erhöhte Erregbarkeit
- Leichtes Schwitzen

Parasymthikoton

- Phlegmatisch bis depressiv
- Wegen Symptomarmut schwer erkennbar u.a. Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Magen-Darmstörungen

Allen gemeinsam ist aber ein unerklärlicher Leistungsabfall mit schneller Ermüdbarkeit und verzögerter Regeneration im Training.

Ursachen

Innerhalb des Trainingsprozesses kommt es zu ?bertraining, wenn:

?? über einen längeren Zeitraum wiederholt absolvierte hohe Trainingsbelastung (anaerob-laktazid oder hochintensive Belastung im Ausdauerbereich) durchgeführt werden

?? in zu hoher Intensität zwischen Belastungsreizen liegenden Regenerations-Trainings trainiert wird,

?? ständige monotone Belastung gewählt wird

?? Starke Einseitigkeit der Methoden und Inhalte

?? Erholung vernachlässigt wird

?? Aufnahme gleicher (nun zu hoher) Belastungen nach Zwangspausen.

?? Belastung im Trainingsprozess zu rasch erhöht wird

?? das Vertrauen zum Trainer fehlt

?? übermä?ig viele Wettkämpfe bestritten werden

?? Häufung von Misserfolgserlebnissen

?? ?bersteigerte Zielsetzung (Eltern oder Trainer)


Zusätzliche Stressfaktoren

Zu den trainingsbedingten ?berbelastungen kommen noch zusätzliche Stressfaktoren, die von Zeit zu Zeit bei Jedem auftreten können:

Schule/Beruf/Familie

?? Prüfungen
?? ?berforderung in der Familie, in Freundschaften
?? Reizüberflutung
?? Schlechte Noten

Gesundheit

?? Erkältungen
?? Magen-Darminfekt
?? Zahninfektionen
?? Unwohlsein

Lebensweise

?? ungenügender Schlaf
?? ausschweifendes Leben
?? Alkohol
?? Schlechte Wohnverhältnisse
?? Fehlende Freizeit
?? Unzureichende Ernährung bzw. Nährstoffdichte

Typische Erscheinungen

1. Gefühl schwerer Muskulatur ? bereits bei ungewöhnlich niedrigen Belastungen
2. Chronische Müdigkeit ? Schlafstörungen
3.  Spritzigkeit geht verloren
4. Infektanfälligkeit
5. Unlust
6. ständig kleine Verletzungen
7. alles ist zuviel

?bertrainierte Ausdauersportler sind in ihrer Schnelligkeit bzw. der Kurzzeitausdauer beeinträchtigt. Bei einer Laboruntersuchung zeigt die Blut-Laktatkonzentration  keine typische Werte-Konstellation.

Therapie

Ursachen ausschalten!

1 Trainingsintensität  und Umfang reduzieren
2 Kürzere Trainingszeiten, eventuell Wechsel der Sportart/Disziplin
3 Dauermethode, leichte Dauerläufe zur Regeneration
4 Gespräche mit Trainern, Eltern, Umfeld, evtl. optimalere Bedingungen schaffen.

Es kann mehrere Wochen dauern, bis sich der Zustand verbessert.

Vorbeugung

1. Gut abgestimmter Trainingsplan, der den Zeitbedarf für Wiederherstellung einzelner ermüdeter Funktionssysteme  z.B. 1. KP (Kreatinphosphat)   2. Glykogen  3. Proteine  4. Nervensystem berücksichtigt.

2. Abwechslung im Training, blockweises Training verschiedener Schwerpunkte (z.B. 3 Wochen Hürden, 3 Wochen Weitsprung usw. im Mehrkampftraining, oder verschiedene Aspekte im Sprint (Hüftbeweglichkeit, Reaktivität, Start). Nach intensiven Trainingsphasen 1 Woche regeneratives Training (siehe Kaufmann), Vielseitigkeit und Mut zur Pause gehören für mich zu den wichtigsten Punkten in der Trainingsplanung und damit der Vorbeugung von ?bertraining.

3. Gute Kommunikation zwischen Athlet und Trainer, Trainingsbuch führen.

4. Bei Schülern und Jugendlichen auch gute Kommunikation zwischen Eltern und Trainer und Athlet.

5. Ma?nahmen und Mittel ergreifen zur Unterstützung der Wiederherstellung, da die Verbesserung der Erholungsfähigkeit nicht mit dem Tempo der Belastungssteigerung Schritt hält.

6. Spa? im Training (vor allem bei Schüler und Jugendlichen).

7. Regerationsma?nahmen

8. ausreichend Schlaf

9. Gesunde Ernährung
Studien zeigen, dass bei einer Aufnahme von 1900 Kcal in Form einer ausgewogenen Mischkost nicht die minimalen Zufuhrempfehlungen der DGE erreicht werden. Hier gilt auf hohe Nähr- und Vitalstoffdichte der Nahrung zu achten.
 
Wer mehr darüber erfahren will: Einfach melden und fragen!

Dagmar

 

 

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